Geschichts- und Heimatverein der Gemeinde Weilerswist e.V.

Der Geschichts- und Heimatverein möchte die Geschichte der Region erforschen, in der wir leben: die der Gemeinde Weilerswist.

Vergangene Zeiten sind langweilig? Weit gefehlt. Wir können heute noch Spuren entdecken, überall in der Umgebung. Wer weiß schon, dass in 2011 bei Groß-Vernich ein 2500 Jahre altes Vorratslager aus der Eisenzeit entdeckt wurde. Das Grabungsteam des LVR aus Nideggen-Wollersheim unter der Leitung von Petra Tutlies hat eine etwa 500 vor Christus angelegte Siedlung ausgegraben, die vermutlich hauptsächlich als Vorrats- und Lagerplatz diente. Auf der ca. drei Hektar großen Fläche wurden nur wenige Häuser, aber über 100 Vorratsgruben freigelegt. Die runden Gruben sind um die 1,40 m tief und haben einen Durchmesser von 70 bis 140 cm. Ein besonderer Fund ist ein 80 cm hohes und 60 cm breites Vorratsgefäß aus Ton, das in Bonn restauriert wird. Noch weiß man nicht, was es enthalten hat.

Wie haben die Römer eigentlich Stadt- und Raumplanung betrieben, die ganze Logistik eigentlich organisiert? Genau: das können wir heute noch ganz nahe bei nachvollziehen: die römische Straße wurde wahrscheinlich am Ende des ersten Jahrhundert nach Christus erbaut. Bei Nettersheim-Marmagen bog sie von der Agrippastraße ab, die selbst von Trier nach Köln führte. Als Nebenstraße der Agrippastraße führte die römische Straße, die im 1. Jhdt. Nach Christus bereits erbaut wurde, durch Euskirchen, Billig und Metternich und endete im römischen Heerlager in Wesseling. Die Straße, 6 bis 8 Meter breit, der Untergrund festgestampft und mit Kies beworfen, wurde im Allgemeinen gradlinig auf das Ziel zugeführt. Wenn größere Bachläufe oder Steigungen dies nicht ermöglichten, wurde die gerade Linie verlassen, um baldmöglichst wieder in die Hauptrichtung einzulenken. Markante Punkte der Straße sind die Anbindung an die römische Siedlung Belgica Vicus in der Nähe von Billig, die Erftüberquerung nördlich von Roitzheim, der Hohlweg südwestlich von Metternich und die Überquerung der Swist bei Metternich.

Die „Weilerswister Heimatblätter“ – auch wenn sich der Name etwas altertümlich angehört – macht diese und viele anderen Informationen in Büchern und auf Veranstaltungen sichtbar. Auch wenn vieles in unserer schnelllebigen Zeit verloren geht, die alte und neuere Geschichte unserer Heimat soll jedoch davor bewahrt werden.

Der Geschichts- und Heimatverein kümmert sich auch um Fragen des Denkmalschutzes und, soweit möglich, des Landschaftsschutzes.Der Verein ist selbstlos tätig, d.h. er verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Ziele. In unregelmäßigen Abständen bieten wir Vorträge und Führungen an. Unter der Website unter der Rubrik Veranstaltungen kann man sich über Lesungen und Vorträge informieren. Und über die Bücher, die bereits erschienen sind.